Missbrauch: Klage gegen Stift Kremsmünster eingebracht

in Pressemeldung, Prozesse

Ordensleitung setzte Schüler dem bekannten Pädokriminellen Pater Alfons aus.
Kremsmünster, Steyr (OTS) – Klage gegen das Stift Kremsmünster erhebt ein ehemaliger Internatsschüler nun beim Landesgericht Steyr. Christoph (Name geändert) war 1987 bis 1996 Internatsschüler im Stiftsgymnasium Kremsmünster. Er wurde neben zahlreichen anderen Schülern Opfer sexueller Übergriffe des Dr. August Mandorfer („Pater Alfons“), der dort Mönch, Lehrer und Internatsleiter war.

Anale und orale Vergewaltigung, Prügel und Peitschenhiebe

Mit rechtskräftigem Urteil des Landesgerichtes Steyr vom Juli 2013 wurde Dr. August Mandorfer zu einer 12-jährigen unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt, die er derzeit verbüßt. Dokumentiert und nachgewiesen ist sexuelle, physische und psychische Gewalt an mindestens 24 Schülern welche er offenbar unter Duldung der Vorgesetzen im Stift Kremsmünster im Zeitraum von 30 Jahren verübte. „Allerdings muss aufgrund der Erfahrung in derartigen Fällen davon ausgegangen werden, dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist. Konkret reichen die Fälle sexuellen Missbrauchs von Manipulationen an den Geschlechtsorganen bis hin zu analer und oraler Vergewaltigung, die Fälle der physischen Misshandlung von sogenannten „Stereowatschen“ bis hin zu sadistisch motivierten Züchtigungen mit einem Ochsenziemer. Auch öffentliche Demütigungen, gefährliche Drohung mit einer Pumpgun oder die Erklärung zum „Vogelfreien“ gehörten zum Repertoire von Pater Alfons“ erklärt Sepp Rothwangl, Obmann der Plattform betroffener Kirchlicher Gewalt. 

Extreme Grausamkeit 

Wie grausam Pater Alfons vorging, wurde auch in der Uteilsbegründung vom LG Steyr festgehalten: „(…) wiederholten Übergriffen dadurch, dass er ihn (Anm: einen anderen Zögling) vor den Augen seiner Mitschüler in der Klasse nach vor kommen ließ, ihn an den Haaren packte und anschließend den Kopf des Schülers soweit nach unten zog, bis es zu einer intensiven Berührung von dessen Gesicht mit dem Penis von Dr. August Mandorfer kam, wobei andere Schüler aufgefordert wurden, ihm mit der flachen Hand mehrere Schläge auf das Gesäß zu versetzen, damit sein Kopf noch fester auf den Penis von Dr. August Mandorfer  gedrückt wurde”.  Nicht zur Sprache kam in dem Verfahren, wieso die Leitung des Stiftes Kremsmünster derartige Grausamkeiten an Schülern über Jahrzehnte geschehen ließ. Zumindest verwies das Strafgericht die Opfer diesbzgl. an den Zivilrechtsweg. 

Essen von Hakenkreuztellern

Im Zuge des Strafverfahrens wurde von Opferanwälten auch eine Sachverhaltsdarstellung wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz bei der Staatsanwaltschaft Steyr eingebracht. Konkret geht es um Äußerungen, die Mandorfer (er absolvierte eine NS-Schule) gegenüber Zöglingen gemacht haben soll wie „Ich hol‘ die Pumpgun und erschieß dich, du Jud!“ oder „Ihr seid lebensunwertes Leben, das auszumerzen ist“. Gegen unbekannte Täter richtet sich der Vorwurf, dass im Stiftsinternat von Hakenkreuz-Tellern gegessen worden sei. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Steyr ermittelte das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung in dieser Causa gegen den Beschuldigten und das Stift Kremsmünster, das Verfahren wurde allerdings letztendlich eingestellt.

Sexuelle Handlungen

In der Urteilsschrift von 2013 wurde auch die sexuelle Gewalt an Christoph erwähnt: „…indem er wiederholt seinen erigierten Penis zwischen dessen Oberschenkeln rieb, wiederholt an ihm den Oralverkehr bis zur Ejakulation durchführte, während er ihm zum Teil einen 10 bis 15 cm langen und 1 cm dicken Gegenstand in den Anus einführte und hin- und her bewegte, sich von ihm mit der Hand bis zur Ejakulation befriedigen ließ sowie ihn unzählige Male am Penis berührte und mit seinem Penis in den Anus des Schülers einzudringen versuchte, was jedoch trotz wiederholter Versuche misslang…“.

Persönlichkeitsstörung und Trauma

In diesem Strafverfahren hat auch eine Forensikerin ein Sachverständigen-Gutachten erstattet, in welchem sie attestiert, dass die erlittene sexuelle Gewalt als wesentlicher Co-Faktor in der Genese der vorliegenden Borderline-Persönlichkeitsstörung anzusehen ist, andererseits aber auch eine posttraumatische Störung auftrat mit schweren Folgen wie z.B. einer Persönlichkeitsstörung. 

Stift Kremsmünster unternahm nichts

Der heute 42 jährige Christoph klagt nun das Stift Kremsmünster auf Schmerzensgeld. Er erhielt von der Klasnic Kommission eine „Gesten-Zahlung“ in der Höhe von € 35.000.- und geht davon aus, dass ihm auch Schmerzensgeld in der Höhe von zumindest € 95.000.- zusteht. Das massive Fehlverhalten von Pater Alfons, das sich über viele Jahre hindurch erstreckt hat, war der Ordensleitung zweifellos bekannt bzw. musste ihr bei gehöriger Sorgfalt bekannt gewesen sein. Es wäre Aufgabe der Ordensleitung gewesen, die Gefahren für die Internatsschüler abzuwenden. Seitens der Stiftsleitung wurde aber nichts unternommen. So konnte Pater Alfons ungehindert seinen Neigungen nachgehen und damit den betroffenen Schülern außerordentliches Leid zufügen. „Angesichts des bevorstehenden Osterfestes wäre es angebracht, wenn das Stift Kremsmünster die vielen Opfer entsprechend entschädigen würde, was es bisher ablehnte, und sie nicht in einen belastenden und teuren Gerichtsprozess zwingen würde“ sagt Rothwangl abschließend.

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Rückfragen & Kontakt:
PURKARTHOFER PR, +43-664-4121491, info@purkarthofer-pr.at www.purkarthofer-pr.at

DIE KINDER LASSEN GRÜSSEN

in Filme, Bücher, Musik, Veranstaltung

Filmvorführung und anschließende Diskussion mit Betroffenen.

Begleitet von der Kamera suchen die Betroffenen die Tatorte von damals auf – unter anderen führen uns zwei Geschichten nach Seekirchen am Wallersee. Ein beklemmender Einblick in das wohl größte Verbrechen der Nachkriegszeit. Der unaufgearbeitete Missbrauch bleibt ein Trauma quer durch die Gesellschaft, ermöglicht durch ein Milieu der Unterdrückung und der Gottesfürchtigkeit. Eine Anklage, die sprachlos macht, aber auch Hoffnung: „Ich habe alles gesagt, ich bin jetzt kein Opfer mehr“, sagt einer der Protagonisten des Films.

Fr., 13. April 2018, 20 Uhr

Kulturhaus Emailwerk Seekirchen
Anton-Windhager-Straße 7             
Eintritt freie Spende

Die Kinder lassen grüßen, Dokumentarfilm (A) 2016
Regie & Kamera: Patricia Josefine Marchart
Moderation: Sonja Pasch, Gerhard Hintenberger
Betroffene: Anita Ossinger, Inge Killmeyer, Georg Prader, Paula Neunlinger, Klaus Oberndorfer

www.die-kinder-lassen-gruessen.at
www.facebook.com/kindergruesse

Deutscher Partnerverein hilft seit 25 Jahren

in Allgemein, Pressemeldung

Unser deutscher Partnerverein und Vorbild feiert sein 25-jähriges Bestehen!
Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und gute Zusammenarbeit, wie im Fall der Aufdeckungen im Stift Klosterneuburg.

Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt richtet Anlaufstelle für ÖSV-Opfer ein

in Missbrauch, Pressemeldung

Folgt ÖSV-Präsident Schröcksnadel mit Waltraud Klasnic dem Vertuschungsmodell von Kardinal Schönborn?

(Wien, 28.11.17, PUR) Die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt warnt alle Betroffenen sexueller Übergriffe im ÖSV vor dem Gang zur kirchlichen Opferschutzeinrichtung unter der Leitung von Waltraud Klasnic. Erstes Ziel dieser sogenannten „Anwaltschaft“ ist, Schaden von der Kirche abzuwenden und eine Aufklärung möglichst zu verhindern. Unzählige Betroffene sind mit „kirchlichen Almosen“ abgespeist worden, wurden schwer enttäuscht und vielfach retraumatisiert. Der kirchliche „Opferschutz“ agiert machtbewusst nur im Sinne der Kirche und verhindert so, dass sich Betroffene untereinander vernetzen, Serientäter ausgeforscht werden können und die Verjährung durchbrochen wird.

Unabhängige Betroffenen-Plattform

Die unabhängige Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt, geführt von erfahrenen Peers und betreut von ExpertInnen, hat seit ihrem Bestehen viel Erfahrung und Einfühlungsvermögen bei den Anliegen von Betroffenen sexueller Gewalt und Machtmissbrauch aufgebaut und ist zum öffentlichen Mahner geworden, wenn es um Gewalt in Institutionen geht. U.a. ist die Filmdokumentation „Die Kinder lassen grüßen“ www.die-kinder-lassen-gruessen.at entstanden. Die Plattform hat jetzt eine eigene Anlaufstelle für die Betroffenen sexualisierter Gewalt im ÖSV eingerichtet:

ÖSV-Opfer-Hotline: 0660-566 51 58, info@betroffen.at

Die Kinder lassen grüßen

in Export, Filme, Bücher, Musik, Veranstaltung

Ein Dokumentarfilm über emotional und körperlich misshandelte Minderjährige in kirchlichen Einrichtungen.

 

Mo., 20. November 2017, 19 Uhr
Gesundheitszentrum Goldenes Kreuz Krems
3500 Krems, Langenloiserstraße 4

 

Filmvorführung und anschließende Diskussion mit Betroffenen.
Eintritt freie Spende

Begleitet von der Kamera suchen die Betroffenen die Tatorte von damals auf, viele machen ihre Geschichten erstmals öffentlich, auch ihre Familien erfahren zum ersten Mal von diesem verschwiegenen Schmerz. Ein beklemmender Einblick in das wohl größte Verbrechen der Nachkriegszeit. Der unaufgearbeitete Missbrauch bleibt ein Trauma quer durch die Gesellschaft, ermöglicht durch ein Milieu der Unterdrückung und der Gottesfürchtigkeit. Eine Anklage, die sprachlos macht, aber auch Hoffnung: „Ich habe alles gesagt, ich bin jetzt kein Opfer mehr“, sagt einer der Protagonisten des Films.

Dokumentarfilm (A) 2016
Regie & Kamera: Patricia Josefine Marchart
Moderation: Sonja Pasch, Gerhard Hintenberger
Betroffene: Georg Prader, Klaus Oberndorfer, Sepp Rothwangl

PM Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt: Präsident Van der Bellen soll Konkordat mit Papst neu verhandeln.

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Brief und Missbrauchs-Doku für Vatikan Chef übergeben

(Wien, 15.11.17, PUR) Die Aufhebung des Konkordats sowie die Behandlung aktueller Kirchenmissbrauchsfälle, das sind die Forderungen der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt an den Papst. Anlässlich des Zusammentreffens von Präsident Van der Bellen mit dem vatikanischen Staatsoberhaupt Franziskus übergab die Plattform dem Präsidenten im Vorfeld einen offenen Brief. Darin wird dieser ersucht, die Kündigung und Neuverhandlung des Konkordats mit dem Heiligen Stuhl zu ventilieren. “Denn dieser Vertrag aus faschistischer Zeit ist nicht mehr zeitgemäß, kostet dem österr. Steuerzahler Milliarden und verhindert zudem die Prävention von sexuellen Misshandlungen durch Kleriker an Kindern und leistet deren Vertuschung Vorschub. Dagegen zu wirken ist schließlich ein Hauptanliegen des gegenwärtigen Pontifikats”, so Sepp Rothwangl, Sprecher der Plattform.

Darüber hinaus ersucht die Plattform, Aufklärung in folgenden Missbrauchsfällen zur Chefsache zu erklären:

1. Die innerkirchlichen Ermittlungen gegen den katholischen Priester Wolfgang V. (Bistum Oradea/Bistum Würzburg) und dessen Förderer im Stift Klosterneuburg.

2. Der Fall des österreichischen Staatsbürgers Walter N., an dem im Kloster Fischingen als Kind Medikamentenversuche durchgeführt wurden, an denen er heute noch leidet, und das Kloster und die Schweizer Diözese Basel sich dazu in Schweigen hüllt. Dieser Fall ist auch im beiliegenden Film Thema.

3. Der Fall von Jürgen K., der als Kind durch sexuelle Misshandlungen lebenslang schwer erkrankt ist, dessen Täter ein Salesianerpater nun offensichtlich im Bistum Essen versteckt wird, und dessen Fall der Glaubenskongregation übergeben wurde.

Auch die Filmdoku „Die Kinder lassen Grüßen“ („The Children Send Their Regards“) mit englischen Untertitel, in dem Betroffene über ihr Missbrauchs-Schicksal berichten, das ihnen in der Kindheit durch Kleriker widerfahren ist, wird als CD übergeben. Die Unterlagen wurden gestern im Büro von Van der Bellen überreicht.

www.die-kinder-lassen-gruessen.at

Presse-Rückfragen: PURKARTHOFER PR, Mag. Jakob Purkarthofer, +43-664-4121491, info@purkarthofer-pr.atwww.purkarthofer-pr.at

Missbrauchsskandal Stift Klosterneuburg: Betroffene demonstrieren vor Stift

in Export, Missbrauch, Pressemeldung

Vorwurf an Propst, den Täter unterstützt zu haben
Legendärer Kardinalschlitten, umgebaut zum Probst-Roadster, wird auffahren

(Klosterneuburg, 28.9.17, PUR) Die Ungereimtheiten rund um den von Johannes Heibel (Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.) aufgedeckten und nun von der „Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt“ weiter verfolgten Missbrauchsfall von 1993, über den dann im Nachrichtenmagazin profil berichtet wurde, schlagen weiter hohe Wellen. Nun kündigt die Plattform eine Demonstration vor dem Stift, im Vorfeld der Gemeinderatssitzung am kommenden Freitag um 12.00 an. „Obwohl so viele Fakten am Tisch liegen, mauert und vertuscht die Kirche und entzieht sich ihrer Verantwortung“, erklärt Sepp Rothwangl, Obmann der Plattform.

Gemeinderat soll sich äußern
Vorgeworfen wird Propst Backovsky, dass er den Täter gedeckt und dessen berufliches Weiterkommen in Deutschland als Pfarrer gefördert hat. Das sagen mehrere Zeugen von damals. Außerdem fordert die Betroffenen-Plattform angemessene Entschädigung an das Opfer von damals und eine Anzeige des Täters. Auch der Gemeinderat der Stadt Klosterneuburg wird aufgefordert, ein öffentliches Statement zu diesen Widersprüchen abzugeben. Die Gemeinderätin Teresa Arrieta, Obfrau der Bürgerliste PUK, fordert in einem offenen Brief, der Probst möge die Widersprüche aufklären und der Gemeinderat möge sich zur moralischen Verantwortung des Stiftes äußern. „Immer noch werden die Opfer stigmatisiert und die Täter gedeckt“, so Arrieta.

Umgebauter Kardinalsschlitten mit Riesenpuppe
Um diese Forderungen zu untermauern, organisiert die Betroffenen-Plattform eine Demonstration vor dem Stift und im Vorfeld des tagenden Gemeinderats und wird mit ihrem großen „Kardinalsschlitten“ vorfahren. „Wir fordern das Chorherrenstift auf, die vollständige Aufklärung des Falles zu veranlassen und die Verbrechen nun anzuzeigen, weil auch Verjährungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Den Betroffenen gebührt Entschädigung und die Gesellschaft braucht volle Aufklärung über das Vertuschungs- System“ so Rothwangl abschließend.

Weitere Infos zum Fall selbst:
https://www.profil.at/oesterreich/stift-klosterneuburg-missbrauch-jahren-8313584
https://www.profil.at/oesterreich/ungereimtheiten-missbrauchsfall-klosterneuburg-8328853
http://unser-klosterneuburg.at/sticky/herr-backovsky-treten-sie-zurueck-offener-brief-an-den-propst-des-stift-klosterneuburg/

Fotos Kardinalschlitten: http://www.kirchen-privilegien.at/presse/

Presse-Rückfragen:
PURKARTHOFER PR, Mag. Jakob Purkarthofer, +43-664-4121491, info@purkarthofer-pr.at, www.purkarthofer-pr.at

Heimopfer-Rentengesetz: Kirchenopfer außerhalb von Heimen gehen leer aus

in Allgemein, Export

Nur noch bis Ende Juni können Ansprüche geltend gemacht werden
Wien (OTS) – Mit 1. Juli tritt das Heimopferrentengesetz (HOG) in Kraft und verspricht allen Betroffenen ab Erreichen des Regelpensionsalters die Zuerkennung einer Eigenpension von € 300.- monatlich. Ab Inkrafttreten des HOG wird aber zugleich auch das Verbrechensopfergesetz geändert und es kann kein Ersatz Verdienstentgang aus Schädigung dieser Verbrechen mehr geltend gemacht werden. Die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt rät daher dringend die Zeit bis zum 30. Juni 2017 nicht verstreichen zu lassen, ohne nach dem Verbrechensopfergesetz einen Verdienstentgang und damit Pensionsansprüche geltend zu machen.
Gewaltopfer außerhalb von Heimen sind ausgenommen Darüber hinaus kritisiert die Plattform, dass Opfer kirchlicher Gewalt außerhalb von Heimen vom Anspruch der Opferrente ausgenommen werden, denn es bezieht sich nicht auf vergewaltigte Ministranten oder Kinder in Jungschar etc., denen von Klerikern, Mesnern oder sonstigen kirchlich Bediensteten Gewalt angetan wurde. Diese Opfer werden im HOG nicht erwähnt.
Steuerzahler muss Kirchenverbrechen bezahlen
Der Staat hat bei Kindern in Obhut der Kirche zwar seine Aufsichtspflicht sträflich versäumt. Trotzdem bleiben die Kirche und ihre Täter straffrei und leisten keine Entschädigung. Stattdessen kommen die Steuerzahler zum Handkuss. „Durch das HOG wird für die Schäden durch die katholische Pädokriminalität auf Steuerkosten nachträglich aufgekommen“, kritisiert Sepp Rothwangl, Sprecher der Plattform kirchlicher Gewalt. Als Grundübel für das Entstehen dieser schwersten Verbrechen der Nachkriegszeit sieht er das Konkordat:
„Eingeführt in der Zeit des Klerikalfaschismus, ist es im Wesentlichen noch immer in Kraft“, so Rothwangl. „Eine Aufkündigung des Konkordat ist überfällig und sollte schleunigst in Angriff genommen werden.“
Jetzt rechtzeitig einreichen
Daher startet die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt einen dringenden Aufruf an alle Betroffenen von sexueller, körperlicher und seelischer Gewalt in Kinder- oder Jugendheimen des Bundes, der Länder und der Kirchen oder in Pflegefamilien von einem Heim- oder Jugendwohlfahrtsträger: „Nur noch bis Monatsende kann man als Opfer seine Ansprüche auf Verdienstentgang und damit Pension geltend machen“, betont Rothwangl.
Der Antrag dafür ist an das Sozilaministeriumsservice zu stellen.
https://www.sozialministeriumservice.at/site/Finanzielles/Sozialentschaedigungen/Verbrechensopfer/
Das entsprechende Formblatt ist hier zum downloaden.
https://www.sozialministeriumservice.at/cms/site/attachments/4/0/5/CH0053/CMS1455400561520/sms_antrag_sozialentschaedigung_hilfeleistung_verbrechensopfer.doc
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Missbrauchsvorwurf kirchliches Gymnasium Schloss Dachsberg: Weiteres Opfer meldet sich, Orden der Oblaten wollen mit Gegenklage Opfer einschüchtern

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(Wien, Linz, 14.4.17, PUR) Das oberösterreichische kirchliche Gymnasium auf Schloss Dachsberg kommt nicht mehr aus den Schlagzeilen. Seit 1999 wurden Missbrauchs- und Gewaltskandale des dortigen Salesianer-Ordnes bekannt, verübt an den Buben jenes Internats, das es dort seit den 20er Jahren gibt. Ein ehemaliger Schüler gab vor einigen Tagen auch körperliche Züchtigung und erzwungenen Oralverkehr von Seiten zweier Patres an – die Verbrechen seien in den 70er Jahren verübt worden, der Mann erkrankte später an Kehlkopfkrebs, psychosomatische Auslöser liegen nahe, er hat nun Klage auf Schadensersatz eingereicht. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170412_OTS0049/missbrauchsopfer-klagt-kongregation-der-oblaten-des-hl-franz-von-sales-auf-schadenersatz
Mit Faustschlag Tür aus Angeln gerissen
Heute meldet sich ein weiteres Opfer: Der heute 50jährige gibt an, in den 80er Jahren massiver körperlicher Gewalt von Seiten zweier Patres ausgesetzt gewesen zu sein:“Eine Tür wurde durch die Wucht eines Faustschlags von Pater E. in mein Gesicht aus den Angeln gerissen und landete samt mir am Gang.” Hämatome und Mundwinkeleinriss waren die Folge. “Wegen angeblichem Schummelns musste ich im Winter im Pyjama am Gang sitzen, Gewalt war an der Tagesordnung – weit mehr als nur Ohrfeigen.”
Einschüchterung mit Gegenklage

Indes überlegt der Salesianer-Orden nun eine Gegenklage, weil der Vorwurf  “nicht haltbar” sei, wie die Oblaten gegenüber der APA erklären. Man habe dem Opfer eine Konfrontation in Anwesenheit zweier “neutraler Personen” angeboten, so der in Wien ansässige Provinzial des Ordens der Oblaten, Thomas Vanek – das Angebot sei nicht angenommen worden. Das empört Sepp Rothwangl von der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt: “Die angeblich neutralen Personen waren Kirchenangestellte. Die Kirchenbrüder wollen das krebskranke Opfer mit Gegenklagen nun einschüchtern, statt die Beschuldigten vom Dienst zu suspendieren. Die Beschuldigten werden von der Kirche gedeckt, es ist immer das gleiche Muster”, so Rothwangl.
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(PM) Missbrauchsopfer klagt Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales auf Schadenersatz

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Trotz jahrelangem Missbrauch u.a. in „Religions-Nachhilfestunde“: Kircheneigene Klasnic Kommission hatte nur Almosen für Opfer übrig.

(Wien, 12.4.17, PUR) Ein neuer Fall von sexuellem Missbrauch bringt die katholische Kirche in Bedrängnis: Der ehemalige Schüler besuchte in den 70er Jahren das Dachsberger Gymnasium der Oblaten des hl. Franz von Sales. In den Jahren 1976 bis 1978 sei er Opfer regelmäßiger körperlicher und sexueller Gewalt zweier Pädagogen der Schule geworden. Im Alter zwischen 9 und 12 Jahren habe er regelmäßige orale Vergewaltigungen und andere sexuelle Übergriffe sowie Schläge durch Pater Josef P. und Pater Josef B. über sich ergehen lassen müssen. Beide waren als Lehrer und Erzieher an der Schule tätig, letzterer sogar als Rektor. Sie seien äußerst brutal vorgegangen und hätten einander bezüglich der Vorwürfe gedeckt.

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