Barbara Prammer unterstützte Betroffene Kirchlicher Gewalt

in Presse

Plattform will begonnene Projekte zu Ende führen

(Wien, 3.8.14, PUR) Mit Bestürzung reagierte die Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt auf die Nachricht vom Tod Barbara Prammers.

barbara-prammer“Sie war eine der wenigen österreichischen SpitzenpolitikerInnen, die sich aufrichtig und engagiert um die Anliegen der Betroffenen Kirchlicher Gewalt gekümmert hat und Gerechtigkeit für diese einmahnte. Dabei knickte sie auch nicht vor dem Druck der röm.-kath. Kirche ein. Nie vergessen werden wir, wie couragiert und beherzt sie der einseitigen Präsentation der Klasnic-Kommission im Parlament einen Riegel vorschob. Wir sind es ihr schuldig, die mit ihr gemeinsam geplanten Projekte für eine redliche Aufarbeitung der tausendfachen Missbrauchsfälle in der röm.-kath. Kirche weiterzuführen“ erklärt dazu Sepp Rothwangl, Obmann der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt.

“Unabhängige Opferschutzkommission” kein irreführender Begriff (!)

in Prozesse

Wiener Anwalt hatte geklagt – Höchstgericht steht Bischofskonferenz zur Seite – mit äußerst dürftiger Begründung.

“Das Oberste Gericht ist anlässlich unserer Klage von seiner Entscheidungspraxis abgewichen, das ist sehr befremdlich“, kritisiert der Wiener Rechtsanwalt Wolfgang Renzl. Er hatte die Geschäftsführer der Werbeagentur “Dreischritt“, Waltraud Klansnic und Herwig Hösele, auf Unterlassung und Widerruf geklagt. Deren Werbeagentur wurde von der österr. Bischofskonferenz beauftragt, die sogenannte “Unabhängige Opferschutzkommission“ (besser bekannt als “Klasnic-Kommission“) einzurichten. Der Vorwurf an die GF der Werbeagentur: der selbstverliehene Titel “Unabhängige Opferschutzkommission“ ist irreführend. “Den Betroffenen, die sich vertrauensvoll an diese Kommission gewendet haben, wird vorgegaukelt, es handle sich tatsächlich um eine unabhängige staatliche oder internationale Einrichtung wie z.B. die Volksanwaltschaft oder die Europäische Kommission. “In Wahrheit wurde diese Kommission von der Kirche in Auftrag gegeben und bezahlt. Auch datenschutzrechtlich gehört sie zur Bischofskonferenz. Entsprechend soll sie auch intimste Daten von Betroffenen an die Kirche weitergegeben haben. Sie schützt Täter und speist Betroffene mit empörend geringen Schadensgeldern ab“, sagt auch Sepp Rothwangl von der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt.

Achse hält

“Die OGH Urteilsbegründung ist nicht nachvollziehbar“, erläutert Rechtsanwalt Renzl: “Normalerweise sind Begriffe wie “Kommission“ nur für staatliche Einrichtungen zulässig. Oder aber es muss durch weitere Namensbeifügungen deutlich werden, dass der Rechtsträger nicht amtlich ist. An diese Vorgabe hat sich die Klasnic-Kommission nicht gehalten und die OGH Entscheidung dazu ist völlig nichtssagend.“ Auch Sepp Rotwangl ärgert sich: “Wir sind über diese Entscheidung sehr enttäuscht. Andererseits ist es nur folgerichtig, dass in einem Staat, welcher der Kirche erlaubt, ihre tausendfachen Verbrechen an Kindern selbst aufzuklären, auch der oberste Gerichtshof diese Linie indirekt mitträgt. Die Achse Kirche-Staat-Justiz hält: Eine künftige Generation wird sich dafür schämen”.

Pädophile u. Missbrauch in der katholischen Kirche Österreich

in Missbrauch, Video Beitrag

Petersplatz 6.
Eine Recherche über Pädophilie und Missbrauch in kirchlichen Institutionen in Österreich. Feature von Ute Maurnböck-Mosser

Tausende Kinder wurden in den vergangenen Jahrzehnten in kirchlichen Institutionen missbraucht. Von Priestern und Nonnen, die sich im System Kirche sicher wähnen konnten. Lange gab es keine Anzeigen, nur Gerüchte, was hinter den Mauern der Einrichtungen passiert. Erst seit den 1990er Jahren werden Opfer angehört.

Ö1 Hörbilder vom 12. April 2014
http://oe1.orf.at/programm/369144

Warum bricht der Kirche die Basis für die Zukunft weg.

in Presse, Video Beitrag

Die Erzdiözese bricht neuen Österreichrekord an Kirchenaustritt.
Radiosendung “Mittagszeit” vom 21. Jänner 013 des ORF Landesstudio Salzburg von Katharina Garzuly mit Höreranrufen und den Diskutanten Anton Bucher (Theologe) und Sepp Rothwangl (Mitbegründer der Initiative gegen Kirchenprivilegien)

Kinderrechte: UN-Vatikan Bericht nun auch auf Deutsch erhältlich

in Missbrauch, UN

Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt erhielt UN-Autorisierung zur Übersetzung
Massive Kritik an kirchlicher Missachtung von Kinderrechten

papst-mit-kind(Wien, NY, 24.4.14, PUR) Der UN-Bericht vom vergangenen Jänner ist nun erstmals auf deutsch verfügbar, und wurde von den Vereinten Nationen auch freigegeben. Der Bericht kritisiert mit großer Schärfe den Umgang des Vatikans mit Kinderrechten, insbesondere mit sexuellem Missbrauch durch Priester. Die UNO mahnt Papst Franziskus, eine Kommission zur Prüfung der Vorwürfe sexueller Gewalt zu schaffen. Anlass des Berichts war die Frage, ob der Vatikan die von ihm ratifizierte UN-Kinderrechtskonvention auch einhalte.

Unterzeichnerstaaten verpflichten sich dazu, alle nötigen Maßnahmen zum Schutz von Kindern zu ergreifen und die Belange der Kinder über alles andere zu stellen. Der UN-Ausschuss forderte im Jänner deswegen eine unabhängige Untersuchung aller Fälle von Missbrauch durch Priester. Der Vatikan muss klare Regeln für die verpflichtende Meldung von Vorfällen an die Polizei einführen. Dieser Bericht, der in einigen Punkten vom Vatikan als „Einmischung in wichtige Kirchenlehren (!)“ abgelehnt wurde, ist nun auf Initiative der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt auf deutsch verfügbar.

Das 18 Seiten lange Dokument kritisiert den Umgang des Vatikans mit Kinderrechten in zahlreichen Punkten:

  • Unehelich geborene Kinder sollen nicht mehr als „illegitim“ diskriminiert werden.
  • Der Vatikan soll seine Autorität verstärkt dafür einsetzen, um Gewalt gegen Kinder zu verhindern, insbesondere aufgrund ihrer sexuellen Orientierung.
  • Gleichberechtigung beider Geschlechter muss voran getrieben werden, alle in katholischen Schulbüchern verwendeten geschlechtsbezogenen Stereotypen entfernt werden.
  • Kinder, die von katholischen Priestern gezeugt wurden, sollen erfasst und die Identität dieser Priester festgestellt werden. Der Vatikan soll alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um das Recht der Kinder, ihren Vater zu kennen und von diesem angemessen versorgt zu werden, zu gewährleisten.
  • Opfer von Folter oder körperlicher Gewalt durch Kirchenmitglieder sollen angemessen entschädigt werden.
  • Der Vatikan soll effiziente Präventionsmaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch durch Kirchenmitglieder einführen: Kinderschänder von ihren Posten entfernen, Zugriff auf Archive zwecks Strafverfolgung gewährleisten, Meldepflichten bei Beobachtung von Straftaten einführen, Präventivprogramme entwickeln.
  • Der Vatikan soll seine Einstellung zur Verhütung überdenken, insbesondere aufgrund der Gefahren von HIV und ungewollten Schwangerschaften

„Die Vorwürfe der UN-Kommission an den Vatikan sind vernichtend“, sagt Sepp Rothwangl von der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt. „Es empört uns, dass der Schutz der Kinderrechte vom Vatikan bis heute dermaßen vernachlässigt wird. Es sollte selbstverständlich sein, dass Kinderschänder an die Polizei übergeben werden. Die Kirche stellt sich über das Recht – mit Duldung der internationalen Staatengemeinschaft. Mit unserer Übersetzung wollen wird die Tragweite dieses UN-Berichtes der deutschsprachigen Öffentlichkeit zugänglich machen.“

Hier der UN-Bericht, deutsche autorisierte Übersetzung
UN-Bericht: Heiliger Stuhl CRC/C/VAT/CO/2 DE 2014 [download PDF]
Originalbericht der UN-Kommission in englisch: document pdf© United Nations (for the original text)
Genehmigung zur Übersetzung: Vereinte Nationen (New York) • März 2014
Nichtamtliche Übersetzung • Unofficial translation
Die Verantwortung für die Übersetzung liegt alleine bei www.betroffen.at
Die vorliegende Übersetzung wurde in Einklang mit den Empfehlungen des Ausschusses erstellt, für eine möglichst weite Verbreitung des Übereinkommens, seines Inhalts und der periodischen Staatenberichte in verschiedenen Sprachen Sorge zu tragen.

Die spirituellen Fallschirmjäger des Vatikan

in Betroffene berichten, Missbrauch

zeit online, 20. April 2014 von Kai Biermann

Weißer Chormantel, Dornenkrone mit weißem Schleier – Schwestern der Gemeinschaft "Das Werk" beim Gebet | © Illustration Evelyn Schubert

Weißer Chormantel, Dornenkrone mit weißem Schleier – Schwestern der Gemeinschaft “Das Werk” beim Gebet | © Illustration Evelyn Schubert

Eine Frau sucht im Kloster des Ordens “Das Werk” Geborgenheit. Sie findet sektenartige Strukturen, wird sexuell missbraucht und ein Opfer religiösen Fundamentalismus.

Manche reisen nach dem Abitur in die Welt, manche suchen sich eine Lehrstelle, viele studieren. Klara geht ins Kloster. Es ist das Jahr 2003. Der Krieg im Irak hat gerade begonnen, in Österreich regiert zum zweiten Mal die FPÖ mit, Arnold Schwarzenegger wird Gouverneur in Kalifornien. Für Klara ist das alles fernes Rauschen. Viel lauter ist eine Stimme in ihr, die sagt, sie sei berufen. Klara ist neunzehn Jahre alt.

Sie ist in Süddeutschland aufgewachsen, mit sechs Geschwistern und der Überzeugung, dass die Kirche Halt und Trost gibt. “Seit ich sechzehn war, wollte ich Nonne werden”, sagt sie. Heute will sie davon erzählen, um andere zu warnen. Es war ein Wunsch, an dem sie fast zugrunde ging.

Zum Artikel: www.zeit.de/

Tagungsort der Bischofskonferenz ist Beleidigung der Opfer

in Presse

(Wien, Admont, 26.3.14, PUR) “Die Wahl des Tagungsortes Stift Admont ist für die Betroffenen kirchlicher Gewalt ein Affront und zynisch” ärgert Sepp Rothwangl, Obmann Betroffener kirchlicher Gewalt. Zur Frühjahrsvollversammlung treffen sich die österreichischen Bischöfe ausgerechnet im Stift Admont, gegen das derzeit ein gravierender Prozess wegen sexueller Misshandlungen durch zwei Patres läuft. “Die Bischöfe treten dort zwar rührselig für den Schutz des ungeborenen Lebens auf, während das Stift Admont eine angemessene Entschädigung der dort schwer sexuell misshandelten Ex-Zöglinge ablehnt und mit Justiztricks den laufenden Missbrauchsprozess zu verschleppen versucht und die Verantwortung auf den Staat abwälzen möchte. Besonders würdelos findet Rothwangl den Umstand, dass die beiden dort anwesenden Top-Kleriker (Kardinal Schönborn und Bischof Kapellari) seit 2010 über die rituellen Vergewaltigungen von Heimkinder dort umfassend informiert waren. Trotzdem durften die beiden beschuldigten pädokrimminellen Priester im Amt bleiben. Erst kurz vor Prozessbeginn wurden die Beschuldigten dann -in allen Ehren- pensioniert.

Bischofskonferenz_Admont_2014

Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Stift Admont 2014
Die österreichischen Bischöfe kommen vom 24. bis 27. März 2014 in Stift Admont zu ihrer traditionellen Frühjahrsvollversammlung zusammen. www.bischofskonferenz.at

UNO: Kirche setzt Kinder “hohem Risiko” aus

in Missbrauch, UN

hpd, 6.2.2014, von Christoph Baumgarten

WIEN. (hpd) Das Kinderrechtskomitee der UNO erhebt schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche. Bis heute habe der Heilige Stuhl das Ausmaß an Kindesmissbrauch und struktureller Gewalt an Kindern nicht anerkannt und setze Kinder bis heute einem “hohen Risiko” aus.
Dutzende Pfarrer, die sich an Kindern vergangen haben, sind nach wie vor im Dienst, kritisiert das Kinderrechtskomitee der UNO. Und sie haben nach wie vor Kontakt zu Kindern. Die Kirche setze so “Kinder in vielen Ländern einem hohen Risiko von sexuellem Missbrauch aus”.

Es sind deutliche Worte, die das Kinderrechtskomitee der UNO in seinem Bericht an den Heiligen Stuhl richtet. Deutlich vor allem, wenn man die diplomatisch-juristische Sprache bedenkt, in der das 16-seitige Dokument geschrieben ist. Dieses Risiko, so das Komitee, sei Ergebnis der jahrzehntelangen Praxis, bekannte Kinderschänder von Pfarre zu Pfarre zu versetzen.

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Uno-Bericht zu Kinderrechten in der Kirche: Katalog der gelebten Doppelmoral

in Missbrauch, UN, Video Beitrag

spiegelonline.de, vom 5.2.2014 von Barbara Hans
Die Uno kritisiert die katholische Kirche für ihren Umgang mit Kindern – insbesondere Missbrauch, Vertuschung, Züchtigung. Das Fazit: Der Vatikan schütze seinen Ruf, nicht die Rechte Minderjähriger. Der Report ist eine weltliche Abrechnung mit der kirchlichen Doppelmoral.
Hamburg – Es ist ein Aufeinanderprallen zweier Welten: Die Vereinten Nationen, gegründet, um den Weltfrieden zu sichern – und die Weltkirche, die seit jeher Sonderrechte pflegt und verteidigt, vor allem gegen einen sich wandelnden Zeitgeist. Die Vereinten Nationen haben dem Vatikan in ihrem aktuellen Bericht zu Kinderrechten ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Der Kirchenstaat sei vor allem darauf bedacht, sich selbst zu schützen – nicht aber die Kinder in seiner Obhut. Schadensbegrenzung heißt aus Sicht der katholischen Kirche demnach, Schaden von der eigenen Reputation abzuwenden.
Das Uno-Komitee für die Rechte des Kindes hält der Kirche einen weltlichen Spiegel vor. Sein Bericht leistet nicht weniger, als die Doppelmoral der Kirche zu enttarnen. Er zeigt Punkt für Punkt auf, wie die Kirche den Schutz der Schwachen versäumt und sich zur Rechtfertigung hinter Glaubensgrundsätzen verschanzt.

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Die Vereinten Nationen haben den Vatikan wegen Tausender Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch in der Kirche aufgefordert, sich von überführten oder verdächtigten Priestern zu trennen. Diese müssten umgehend aus ihren Ämtern entfernt und den staatlichen Behörden überstellt werden.

Zum Artikel: www.spiegel.del

ZDF Morgenmagazin zum UN-Bericht gegenüber Vatikan vom 6.2.14

in Missbrauch, UN, Video Beitrag

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