Schönbor-Klasnic Angebot: Neuerliche Verhöhnung der Betroffenen

in Presse

(25.6.10 PUR) Die heute von der kircheneigenen Klasnic-Kommission angebotenen Entschädigungssätze (5.000 bis max. 25.000) werden von der kirchenunabhängigen Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt postwendend als neuerliche Beleidigung der Betroffenen strikt abgelehnt. Während die Kirchen-Kommission mehrfach betonte, großzügiger als die Judikatur sein zu wollen, ist der Maximalsatz mit EUR 25.000.- weit unter der ohnehin geringen gerichtlichen Schadenersatzsumme. Hier wurden für einen schweren Fall von Missbrauch bereits EUR 55.000 bezahlt. In Irland etwa, wurde im Schnitt jeder Betroffenen mit EUR 65.000.- entschädigt.

Unabhängigkeit wurde vorgetäuscht
Während Kardinal Schönborn ständig vormachen wollte, die Höhe der Entschädigung werde völlig frei und unabhängig von der von ihm eingerichteten und bezahlten Klasnic-Kommission festgelegt, hat er in der ZIB2 vom 23.6. eine Höhe von EUR 130.000,- als inakzeptabel zurückgewiesen. Dies ist ein trauriger Beweis dafür, dass die Klasnic-Kommission, wie von den Betroffenen immer vermutet, letztlich auf Zuruf ihres Auftraggebers Kardinal Schönborn zu agieren hat.“Gerade eine Institution wie die röm.-kath. Kirche, die über ein Milliardenvermögen verfügt, ist nicht mal bereit, in der Höhe der -ohnehin geringen- gerichtlichen Praxis zu entschädigen. Keine Kommissionsmitglied und kein Mitglied der Bischofskonferenz würde sich für EUR 15.000.- einer jahrelangen Vergewaltigung aussetzen wollen, so wie ich das als Kind erleiden musste. Die Kirche wird keinen Frieden finden, ehe sie nicht für Ihre Verbrechen in angemessener Form Entschädigung leistet“ erklärt dazu Klaus Fluch, Betroffener und Vorstandsmitglied der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt.

Politik überlässt Täterorganisation die Wiedergutmachung
Es ist ohne Beispiel in der österreichischen Justizgeschichte, dass die Vertreter der Täter bzw. eine Täterorganisation selbst über die Höhe des Schmerzensgeldes des von ihr verursachten Leides entscheidet. Zur Erinnerung: Einige Mitglieder, bzw. Funktionäre der kath. Kirche haben teilweise über Jahrzehnte Kinder und Jugendliche in einem unvorstellbaren Ausmaß sexuell missbraucht. Diese Vergehen hat die Hierarchie der kath. Kirche systematisch verschwiegen und die Täter geschützt. Dafür wurden die Opfer teilweise öffentlich gedehmütigt und verleumdet, wenn sie die Verbrechen bekannt machen wollten. Auch der derzeitige Kardinal hat in der Affäre Groyer 1995 eine mehr als unrühmliche Rolle gespielt. Öffentlich zugegeben hat die Kirche immer nur soviel der Verbrechen, als in der öffentlichen Diskussion sowieso schon bekannt war. Und aus der Erfahrung wissen wir, dass immer wesentlich mehr passiert ist, aber erst später bekannt wurde. Die aktuelle Entwicklung macht deutlich, wie wichtig eine staatliche Untersuchung und Kommission ist, wie sie z.B. in Irland und den USA eingesetzt wurde. Es ist unverständlich, dass der Staat zuerst zulässt, dass eine Organisation derartige Verbrechen an ihren Kindern begehen kann und die Verbrechen nicht einmal juristische aufarbeitet, wenn sie öffentlich bekannt sind. Es ist ein beschämendes Bild für die Bundesregierung, dass die Plattform von Betroffenen kirchlicher Gewalt als private Organisation die einzige Initiative ist, welche Opfer unabhängig von der Täterorganisation Kirche vertritt.

Die Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt, appelliert an alle Betroffenen, diese kirchlichen Almosen nicht anzunehmen und bietet ein kostenloses rechtliches Vorgehen (aussergerichtlich) gegen die Täter deren Mitwisser und Helfershelfer an.

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