Integral Umfrage: So denken die Österreicher über den Kirchen-Missbrauchsskandal

in Umfrage
  • Kein Vertrauen in kircheninterne Aufklärung der Übergriffe
  • Verjährung rückwirkend abschaffen
  • Eine Mehrheit würde ihre Kinder nicht einer kirchlichen Institution anvertrauen
  • Beendigung der bevorzugten Stellung der Kirche im Staat gefordert
  • Fast ein Million überlegen jetzt Kirchenaustritt

(Wien am 19.3.10, PUR) Erstmals seit Bekanntwerden der Vorfälle in der katholischen Kirche wurden die Österreicher in einer repräsentative telefonischen Blitz-Umfrage (300 Personen) befragt. Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache:

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Hat jetzt auch Deutschland einen Prügel-Bischof?

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Neues vom Mixa – in der Online-Ausgabe vom 1.4. berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass ihr inzwischen sechs eidesstattliche Erklärungen vorliegen, nach denen der jetzige Bischof von Augsburg, Walter M., in seiner Zeit als Stadtpfarrer in Schrobenhausen (1975-1996) ihm anvertraute Kinder geschlagen habe. Eine Betroffene gibt an, er hätte ihr „mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen“.

Klosterschwestern im angeschlossenen Heim hätten sie so lange gezüchtigt, bis sie blaue Flecken hatte und ihr heiße Suppe, die sie nicht essen konnte, über den Kopf geschüttet. Diese Betreuerinnen sind noch immer im Heim aktiv.

Das Brisante an diesem Fall ist, dass hier nach deutschem Recht noch keine Verjährung vorliegt und der Weg zu einer Anklage damit geebnet ist.

Das Bistum hat den Opfern mit Klagen gedroht, doch die mutige 48-jährige Betroffene, auf die sich die SZ bezieht, betont selbstbewusst: „Kein Problem! Ich sage Herrn Mixa vor Gericht gerne ins Gesicht, was er mir angetan hat.“

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Die Täter ernennen die Opfer-Vertreterin

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Der Kardinalerzbischof zeigte sich in den letzten Tagen als ungewohnt klar, entschlossen und entscheidungsfreudig. So kannten ihn ja viele, die sich in den letzten Jahren an ihn um Hilfe gewandt hatten, gar nicht.
Schön, wenn Menschen dazu lernen! Aber schießt er nun nicht etwas übers Ziel hinaus?

Nämlich, wenn er – als der Verantwortliche für genau jene Vereinigung, in der die Täter sich bislang ungestört entfalten konnten – wenn gerade er nun eine „Opfer-Beauftragte“ ernennt?

Ist das nicht so, als ob der Kampfhund eine Kinder-Beauftragte ernennt?

Ach, da zeigt er sich nun doch wieder – der Von-Oben-nach-Unten-Reflex einer in Demokratie so gänzlich ungeübten Organisation. Herr Schönborn sucht für die armen Opferlämmer ihre gesegnete Vertreterin aus. Na gut! Immerhin hat er diesmal nach lauter Ombuds-Männern im Fundus eine Frau ausgegraben! Aber ist die ÖVP-Politikerin wirklich kirchen-unabhängig? Trauen wir ihr einen „unabhängigen Blick“ zu? Eine Glaubensfrage…

Die Zeiten der Dankbarkeit ob soviel selbstloser und gnadenvoller Zuwendung durch die Kirchenoberen sind vorbei!

Die Opfer lassen sich ihre VertreterInnen nicht vom Kardinal beauftragen! Die suchen sie sich selber aus!

„Reue“ auf katholisch…

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Wenn der Bischof hilfreich zuschlägt…
Wie sieht es aus, wenn in Österreich ein römisch-katholischer Bischof seine Scham und Reue zeigt? Wir wissen es seit gestern!

Kaum beschwor der Brückenbauer aus Rom in seinem Hirtenbrief an die Irische Republik zum Thema der sexuellen Übergriffe noch, wie sehr eine ehrliche Scham über Gewalt durch römisch-katholische Geistliche die Kirche durchziehe und wahrhafte Reue das Programm der nächsten Tage sei.

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Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche

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Überarbeitete Version eines Beitrages zum Programm der Uraufführung des Dramas „Die Beichte“ von Felix Mitterer in Wien

„Die von einem Kleriker begangene Straftat gegen das sechste Gebot des Dekalogs mit einem noch nicht 18jährigen minderjährigen Menschen“ – so definiert man im Vatikan sexuellen Kindesmissbrauch. Das ist eine schamhafte verbale Verbrämung, ein Versuch, den peinlichen Sachverhalt nicht beim Namen nennen zu müssen. Die Wörter „sexuell“ kommen nicht vor, „Analverkehr“ nicht und „Oralverkehr“, „Schmerzen“ und „Scham“.

Das ist aber nicht alles – diese Umschreibung stellt vor allem unmissverständlich klar, wie römisch-katholische Geistlichkeit ein solches Verbrechen primär versteht: die Straftat richtet sich nicht gegen den minderjährigen Menschen, seine sexuelle Integrität oder Autonomie, sondern gegen das Gebot über den Ehebruch. Und es wird nicht an ihm begangen, sondern mit ihm.

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Warum Lukas 17?

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Die Frühjahrsvollversammlung der Österreichische Bischofskonferenz stellt ihrer viel gelobten Presse-Erklärung vom 4. März 2010 das Bibelwort Lukas 17 voraus. Dieses Wort Jesu sei „zum Thema Missbrauch eine klare Vorgabe“:

„Es ist unvermeidlich, dass Ärgernisse kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet. Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt. Seht euch vor!“ (Lk 17,1-2)

Wieder einmal greift man auf ein Bild zurück, in welchem der „Kleine“ nicht beschädigt, verletzt oder vergewaltigt, sondern „zum Bösen verführt“ wird .

Zufall? Fahrlässigkeit? Oder zeigt sich in der Auswahl dieses Bibelzitates und dieser Übersetzung wieder einmal etwas über das Verständnis der römisch-katholischen Kirche vom sexuellen Missbrauch?

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